Nein im Ernst, Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Allerdings ist eine Kontrolle der Provider nahezu unmöglich. Man weiß nie, warum eine Internetverbindung gelegentlich oder dauerhaft unerträglich langsam ist. Liegt es an der Netzauslastung, am mangelnden Netzausbau, an Wartungsarbeiten, an allgemeinen Internetproblemen, am falsch eingestellten eigenen Betriebssystem, am Browser, an einem defekten Surfstick, einer defekten Simkarte, an einer allgemeinen oder benutzerspezifischen Drosselung durch den Provider oder sonst was.
Der Kundendienst ist überlastet, Reaktionszeiten auf ein Problem sehr lang. Im Problemfall steht man leicht mal längere Zeit ohne Internet da.
Schaut man sich in Internetforen um, wird man rasch feststellen, dass es bei allen Netzbetreibern unzufriedene Kunden zuhauf gibt. Der große Name ist keine Garantie, auch T-Mobil funktioniert nicht überall zufriedenstellend.
Was tun, um das beste Netz und den besten Provider herauszufinden?
- Fragen Sie Bekannte, Verwandte, Nachbarn, die schon mobiles Internet installiert haben. Fragen Sie nach der Downloadgeschwindigkeit oder messen Sie diese z.B. mit der Webseite speed.io. Ich vergebe mal einige Schulnoten für die Downloadgeschwindigkeit in kbps (Kilobit pro Sekunde):
Unter 500 kbps = mangelhaft, ab 500 = ausreichend, ab 1000 befriedigend, ab 2000 gut, ab 3000 sehr gut. Ab 5000 überragend.
- Nehmen Sie dann einen Prepaidtarif von O2 oder Vodafone bzw. deren Discountprovidern. Discount-Provider sind Verkäufer aus zweiter Hand und man benötigt weiteres Vertrauen, ob der Provider korrekt ist, und tatsächlich aufgrund der meist angeführten effektiveren Verwaltung billiger sein kann. Oder ob nicht einfach auf Kosten des Kunden eine schlechtere Leistung erfolgt. Lesen Sie bitte zuvor unbedingt und gründlich alles Kleingedruckte und wer Eigner der Firma ist (Impressum). Und dann mit dem Namen googeln. Dann erhalten Sie Informationen über den Service solcher Provider.
- Prepaid-Surfsticks
Wenn Sie einen Prepaidvertrag abschließen und dann mit der Leistung nicht zufrieden sind, haben Sie wenigstens nicht viel Geld kaputt gemacht und sind nicht gezwungen, diesen Dienst aufgrund eines Vertrages weiter zu nutzen.
Die Prepaid-Dienste werden meist auch SIM-only ohne Stick angeboten. Das empfiehlt sich, wenn man schon einen Stick hat, oder ein HSDPA-fähiges Handy als Modem einsetzen will (geht nur bei O2).
Die Surfsticks sind fast immer langsame und schon veraltetet Modelle bis 3600 kbps im Download und 384 kbps im Upload. Der einzige mir bekannte Prepaider, der einen schnellen Surfstick (7200/5400 kbps) anbietet, ist Bildmobil (49,95 Euro). Dieser Stick (Huawei 1762) funktioniert auch mit anderen Netzen bestens. Das würde ich zuerst ausprobieren. Bildmobil läuft bei Vodafone und bietet Wochenflats für 6,99 Euro. Wenn die Leistung nicht zusagt, kann man z.B. auch ein Fonic O2 Starterset für 10 Euro dazu kaufen und für maximal 25,00 Euro monatlich surfen. Diese Kombination besitze ich selbst und bin damit weitgehend zufrieden.
T-Mobile bietet derzeit leider keinen vernünftigen Prepaid-Tarif. So bleibt als Alternative nur ein teurer Vertrag. Zum Ausprobieren kann man allerdings die Tagesflat für 4,25 Euro buchen. Würde ich erst probieren, wenn O2 und Vodafone nicht gehen. Von den T-Mobile-Discountern würde ich eher abraten. Von Congstar, weil dort die Geschwindigkeit auf mangelhafte 384 kbps begrenzt ist. Wird mit D-Netz-Leistung geworben, wäre ich vorsichtig. Entscheidend ist, dass der Provider HSDPA bis 7200 kbps und HSUPA (schnellen Upload) garantiert. Maxxim klingt zwar wie ein günstiger Vertrag, man sollte aber einmal nach den Firmeneignern googeln und sich dann die Vertrauensfrage stellen.
Bei allen genannten Nachteilen, möchte ich nicht versäumen hervorzuheben, dass Mobiles Internet grundsätzlich ein feine Sache ist und auch vielerorts zufriedenstellend funktioniert. Aber man sollte eben nicht dem nächstbesten Billigprovider auf den Leim gehen.
Zu E-Plus wäre noch anzumerken, dass das Netz derzeit nach jahrelanger Untätigkeit auch auf HSPA umgerüstet wird. Trotzdem ist E-Plus jetzt (Mitte 2010) immer noch das mit Abstand langsamste Netz. Aldi mag teils gute Lebensmittel verkaufen, das Surfstickangebot würde ich eher nicht empfehlen.